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 Mihaus Japan-Blog - Xmas-Week

Heute, am 25. Dezember, will ich Euch über meine weihnachtliche Woche erzählen. Es ist interessant, dass ich in Japan auf mehr Weihnachtsfeiern unterwegs war, als ich es zuhause gewesen bin! Aber fangen wir von vorne an.

Nachdem ich meinen Test über Keigo (höfliches Japanisch) am Montag hinter mich gebracht habe, gab es am Dienstag darauf schon die erste Bōnenkai. Bōnenkai sind kleine weihnachtlichen Feiern, sie dienen eher dazu, das Jahr gemeinsam abzuschließen.
Wie ich es schon mal erwähnt habe, ist Weihnachten hier in Japan kein christliches Fest, sondern eher vergleichbar mit unserem Valentinstag, ein Fest der Liebe und der Pärchen. Wenn man nach einem Fest sucht, welches vergleichbar mit unserem Weihnachten sein sollte, dann wäre es wohl die Feier des neuen Jahres. So trifft man sich gegen Ende eines Jahres mit den Vereinen, Arbeitsgenossen und Freunden, mit denen man das Jahr verbrachte, zu sog. Bōnenkai.
Die Bōnenkai am Dienstag wurde von einem ehemaligen Mitglied des Wrestling-Circles organisiert und war netterweise explizit für die Ausländer im Circle gedacht. Da Armstrong und ich uns mit unserem letzten Match schon vom Wrestling verabschiedet haben, wollte uns der nette Herr, welcher vor 10 Jahren das Studenten-Wrestling verlies und jetzt in kleineren Wrestling-Gemeinschaften weitertrainiert, durch diese Bōnenkai verabschieden und lud auch die anderen Wrestler ein.
Wir durften mit dem Herren namens Ranma nicht nur unser Keigo üben, sondern erfuhren auch die historische Bedeutung unserer drei Kämpfe im Ring.

Es gab nämlich schon ein paar ausländische Studenten in DWA (Dōshisha Wrestling Association), doch Armstrong und Mr. BBQ waren die ersten, welche ein Ringdebut hingelegt haben! Während andere vor ihrem Debut in die Heimat zurückkehren mussten oder einfach nicht mehr zu dem Training erschienen, hatten wir das Glück lang genug in Japan zu leben, um auch ein Debut und zwei weitere Kämpfe im Ring hinzulegen. Die ersten ausländischen Wrestler mit Ringdebut in DWA: Armstrong und Mr. BBQ...ich bin zugegebenermaßen sehr, sehr stolz auf diese Tatsache :)

Am Donnerstag begannen meine Weihnachtsferien, welche bis zum 10. Januar andauern werden. Am selben Tag fand auch eine Weihnachtsfeier der Japanologie statt, welche in einem sehr schönen großen Raum mit leckerem Catering-Essen stattfand. An diesem Abend durfte ich - dieses Jahr schon zum zweiten Mal - den Nikolaus spielen und mit einem guten Freund als Knecht Ruprecht nahmen wir unsere Dozenten ein wenig auf den Arm und verteilten Geschenke. Da größtenteils nur Erwachsene Personen anwesend waren, gaben wir uns in unseren Rollen nicht so viel Mühe und gestalteten alles ein wenig lockerer, was ziemlich gut ankam.
Auch mein Gastopa war auf der Feier anwesend und nahm mich gleich danach mit zu sich nach Hause, denn am Freitag feierte meine Gastfamilie incl. zwei Töchter und sieben Enkelkinder eine gemütliche familiäre Weihnachtsfeier, an welcher auch ich teilnehmen durfte. Dies war die Feier, welche am ehesten dem familiären Weihnachten, welches ich von zuhause kenne, ähnelt. Lockere Stimmung, Kinder freuen sich, es werden Spiele gespielt und viel gegessen. Natürlich KFC! :) Einen Weihnachtsbaum mit Geschenken oder Weihnachtslieder singen, wie es manche von Euch kennen, gab es jedoch nicht. Dafür gab es Süßigkeiten-Bingo (an welchem ich den 2. Platz gewann) und Konfetti.

Am 24. Dezember besuchte ich ein Nō-Stück. Nō ist eine traditionelle japanische Theaterkunst, welche größtenteils mit geschnitzten Masken vorgeführt wird. Die Schauspieler bewegen sich kaum und ähneln in der Vorführung eher Puppen als Menschen. Die Vorführungen finden jedoch in Altjapanisch statt, sodass ich nach einer Stunde die Aufführung schon frühzeitig verlies. Zum Glück gab es das Ticket gratis von unserem Tübinger Zentrum.

Am Abend des Tages pilgerte ich mit meinem Mitbewohner nun endlich zum KFC, vor welchem sich eine große Schlange gebildet hat. All die Familienväter und -Mütter kamen, um das KFC-Bucket für die Familienfeier abzuholen, so auch wir. Unser Bucket enthielt 8x Chicken, einen kleinen Salat und einen äußerst leckeren Schocko-Kuchen, welchen wir zu dritt gemütlich in lockerer Atmosphäre aßen. Diese weihnachtliche Tradition würde ich gerne mit nach Deutschland bringen ;)

Heute gehe ich dann zum weihnachtlichen Kochen mit ein paar Wrestlern und morgen bekomme ich schon wieder Besuch aus Deutschland, auf welchen ich mich sehr freue!
Wir hören uns dann nächste Woche im Jahre 2017 :) Genießt die Feiertage und guten Rutsch Euch :)



 





 
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