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 Mihaus Japan-Blog - Wie man Gaijins unterhält

Oh verregnetes Japan, wieso überraschst du mich immer nur so dreist! Dass die Antwort darauf meine Eigenart ist, nie auf den Wetterbericht zu schauen, sollte mir eigentlich klar sein.

Gerade genieße ich ein sehr interessantes Wetter hier in der Hood. Es ist höllisch heiß, aber die Gefahr eines plötzlichen Starkregens ist stets gegeben. Dies ist jedoch erst seit ein paar Tagen der Fall, die Woche davor strahlte die Sonne nur so runter, sodass man sich schon fast unwohl fühlte, als man mal nicht geschwitzt hat ;)

Das Wetter war also perfekt, um stets das Haus zu verlassen, in welchem sich die Hitze nur sammelte und man noch mehr schwitzen musste. Ich führte meine Schwester durch Kyōto, zeigte ihr den Kiyomizudera, einen der berühmtesten Tempel Kyōtos, welcher natürlich ganz an mir Kulturbanausen vorbeigegangen ist und ich ihn somit auch zum erstem Mal besuchte. Die Aussicht von diesem Tempel ist jedoch wirklich hübsch, da dieser sehr hoch gelegen ist.

Auch besuchten wir wieder den Affenberg in Arashiyama, welcher eine atemberaubende Aussicht auf ein verregnetes Kyōto bot. (Ein Versuch, diesen Ausblick auf ein Foto zu verewigen, werde ich demnächst auf Instagram bei mihau_travel_exp hochladen) Auch wir wurden dann jedoch vom Regen überrascht und mussten uns im Haus verstecken, aus welchem normalerweise die Affen gefüttert werden können. Als uns also die Affen von außerhalb beobachteten, wie wir alle in diesem kleinen Häuschen warteten, bis der Regen vorbeigeht, dachte ich mir, dass es sicher eine interessante Abwechslung für die Affen sein muss, mal uns Menschen eingesperrt zu sehen...

Manche, welche mir auf Snapchat folgen (mihautheruler), wissen gegebenenfalls, dass mich ein sehr guter Freund aus Deutschland gerade hier in Japan besucht. Diesen Freund und meine Schwester nahm ich auch in ein Running-Sushi-Restaurant mit, da sie auch typisch-japanische Orte sehen sollen ;). Meine Mitbewohner, welche auch mit am Start waren, und ich erlaubten uns eine kleine Challenge mit den „Neuankömmlingen“ und gaben ihnen jeweils ein Nattō-Sushi aus. Diejenigen, die es schon mal probiert haben, wissen, dass es nur zwei Arten von Menschen gibt: Entweder man mag Nattō, oder man hasst es. Da die Anhänger letzterer Gruppe überwiegen, wollten wir die Gesichter unserer Besucher sehen ... und sie waren unbezahlbar! XD Ein Sushi wurde unberührt auf dem Tisch gelassen und ein weiteres beinahe ausgespuckt. XD
Alle die dieses wundervolle Gericht noch nicht kennen, sollen es doch bitte bei der nächstbesten Gelegenheit probieren.

Auch ein Erlebnis am Biwako darf natürlich nicht fehlen: Am 8. August fand in Ōtsu ein großes Feuerwerk statt, welches unter Japanern sehr berühmt ist. Wer schon mal Hanabi genanntes japanisches Feuerwerk gesehen hat, weiß, dass es etwas optisch sehr Besonderes ist. Doch die Tatsache, dass es über Wasser abgefeuert wird, macht das Ganze noch viel besonderer und die Züge nach Ōtsu platzten aus allen Nähten. So besetzte meine ehemalige Gastfamilie schon am Vortag einen perfekten Platz am Ufer, um das ganze Feuerwerk vollständig sehen zu können und dazu gemütlich mit Eis in der Hand zu sitzen.
Während man mit einzelnen Feuerwerken ganz unspektakulär anfing, wurde dann unerwartet mit hunderten Feuerwerkskörpern das ganze Ufer hell erleuchtet. Nach diesem Startschuss legten die Feuerwerkszuständigen richtig los und es gab kaum dunkle Momente am Biwako. Smileys, Frösche, Blumen, Herzen und ganz viel große und bunte Feuerwerke erhellten uns den Abend zusammen mit meiner geliebten Gastfamilie. Das I-Tüpfelchen war dann die Tatsache, dass meine Schwester von einem Tausendfüßler gebissen wurde XD war also ein ziemlich lustiger Abend.

Am Tag darauf wollte ich meiner Schwester die japanische Hauptstadt zeigen. Wir besuchten den sogenannten Sky-Tree, einen über 600 Meter hohen Fernsehturm in Tokio. Die Aussichten von diesem Turm könnt ihr jetzt schon auf Insta bewundern. Danach besuchten wir den aus Manga und Anime bekannten Tokyo-Tower, welcher mittlerweile vom Sky-Tree überboten wurde und somit in Vergessenheit geraten zu sein scheint. Um sich aus dieser misslichen Lage zu retten, bediente man sich beim Toyo-Tower eines der meiner Meinung nach besten Anime der Welt: ONE PIECE. Zwei Stockwerke des Towers wurden zu einem Themenpark mit dem Thema „One Piece“ umgebaut und ganz unten befindet sich ein One Piece Shop mit ortspezifischen Goodies!

Des Weiteren konnten wir in Tokio einen Aufmarsch rechter Japaner betrachten und sind diesen sogar kurz durch die Aufnahme gehuscht, welche sie mitten auf der Straße tätigten. Wer schon mal in Tokio war, hat vielleicht schon mal ein paar schwarze Kleinbusse gesehen, welche mit Lautsprechern irgendwelche aggressiv klingenden Parolen durch die Stadt schreien. Dies sind die Autos der japanischen rechten Szene. Beim Aufmarsch, welchen wir zufällig antrafen, fuhren gleich mehrere solcher Kraftwagen durch die Straßen und während der vorderste Truck irgendetwas Unverständliches schrie, schrien die folgenden Trucks dasselbe primitiv hinterher.
Interessanterweise waren auch alle Scheiben der Wägen, bis auf die Fahrerscheiben, abgedunkelt, sodass man die Gesichter der Sympathisanten nicht erkennen konnte. Diese Menschen erschienen mir auf jeden Fall nicht so, wie Menschen denen ich gerne mein Land anvertrauen würde. Wobei ich mich hier natürlich nicht zu 100% äußern kann, da ich die Parolen leider nicht verstanden habe.

Danke hier fürs Lesen. Ich muss morgen früh aufstehen, da wir in den berühmten Themenpark von Universal-Studios fahren. Den Bericht hierzu gibt es dann nächste Woche. Peace out. Mihau












 
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