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 Mihaus Japan-Blog - Wie in einem Film

Nach nur zwei Stunden Schlaf melde ich mich wieder hier bei Mihaus Japan-Blog. Der zu kurz geratene Schlaf liegt leider nicht am Feiern, sondern daran, dass ich meine Schwester früh zum Flughafen bringen musste und viel zu spät schlafen gegangen bin. Mittlerweile kenne ich mich ganz gut am Ōsaka Kansai-Flughafen aus, so oft wie ich schon dorthin fahren musste :D

Zwei große Highlights standen schon lange auf dem Plan für letzte Woche, über welche ich heute erzählen will. Zum einen lud meine ehemalige Gastfamilie mich und ein paar Freunde ein, mit ihnen und ihren Enkelkindern im Biwako-Kinderland in Adogawa Spaß zu haben. Beim Wort „Kinderland“ wurde ich schnell hellhörig und stimmte natürlich sofort zu, auch wenn ich leider schon zu groß und zu schwer bin für die meisten Spielplätze. Für die zahlreichen Enkel gab es genug zu tun: Kletterwände, Hüpfburgen, Cricket, Wasserbälle, Spielplätze usw. Für die Erwachsenen blieb dann nur noch das Schwimmen im Biwako, welches vor allem mit den Kindern zu einem Riesenspaß wurde. Die Bandbreite des Alters der Enkelkinder meiner Gastfamilie reicht von 2 bis ca. 14 Jahren, was bedeutet, dass die meisten von Ihnen in einem Alter waren, in dem sie schon ganz gut schwimmen können (und nicht sofort ertrinken, wenn man sie durch die Gegend schmeißt), jedoch noch so klein sind, dass sie im tieferen Wasser wie kleine Äffchen auf einem rumklettern können. Vor allem ich bot viel Fläche, die man als Sprungbrett oder Kletterbaum nutzen konnte :)

Der Aufenthalt im Kinderland war für 2 Tage geplant. Nachdem meine Freunde und ich am ersten Tag verspätet ankamen und im Wasser mit Kindern um uns geschmissen haben, traf sich die ganze Familie + Gaijins zum gemeinsamen Curry-Essen. Während die Erwachsenen (Großeltern und ihre schon erwachsenen Kinder) sich am mitgebrachten deutschen Bier erfreuten, nahm ich die Verpflichtung auf mich, mit den Kids Fangen zu spielen. Zu meiner Verzweiflung entschied sich jedes Kind, welches ich gefangen habe, sofort dafür, als nächstes wieder mich zu verfolgen. Ich bin schon lange nicht mehr so viel gerannt und bin gefühlt fünfzig Mal gestorben.

Nach dem Essen trafen sich alle in einem Raum, in dem wir auch alle zusammen später geschlafen haben. Einer anfänglichen Kissenschlacht folgend, gingen wir alle in die öffentlichen Bäder, welche lediglich nach Geschlecht getrennt wurden. Hierbei handelte es sich um meine erste Erfahrung mit dieser Art von Bad und ich bin begeistert. Lasst es mich Euch erläutern: Zunächst zieht man sich komplett aus und geht, bewaffnet mit Seife und Shampoo, in einen separaten Raum, in welchem man sich zunächst ganz gründlich duscht. Es stehen einem viele Duschen zur Verfügung, welche jedoch nicht voneinander getrennt sind. Das öffentliche Nacktsein stellte für mich jedoch kein Problem dar ;)
Nachdem man sich ganz sauber geduscht hat, steigt man in eine große Wanne, in der viele Menschen sitzen und im heißen Wasser entspannen. Das Wasser ist jedoch so heiß, dass man es nicht sonderlich lange dort aushält, vor allem nicht bei der Hitze, die während dem Ausflug herrschte.

Am zweiten Tag wurden die Wasserspiele durch einen riesigen Wasserreifen verstärkt und endeten im Wasserringen, bei dem jeweils ein Erwachsener ein Kind auf die Schultern nahm und versucht hat das Zweiergespann gegenüber zum Umfallen zu bringen. Alles in einem waren die zwei Tage sehr gelungen und es ist ziemlich traurig, dass ich die Kinder, deren Sympathie ich mir monatelang erarbeitet habe, womöglich nie wiedersehen werde.

Gleich am nächsten Tag fuhren meine Schwester, mein Kumpel und ich nach Ōsaka zu den Universal Studios. Hierbei handelt es sich um einen Themenpark, welcher es sich zur Aufgabe gemacht hat, dem Besucher das Gefühl zu vermitteln, in mehrere andere Welt einzutauchen, welche bekannten Filmen nachempfunden sind. Zwar bestanden diese Welten natürlich aus Souvenir-Shops und Achterbahnen, trotzdem fühlte man sich durch die Dekoration der Areale wie ein Protagonist in Jurassic Park, Jaws, One Piece, Spider Man oder Harry Potter. Besonders die Welt bestehend aus Hogwarts und Hogsmead war sehr atemberaubend. Hogwarts ist so beliebt in diesem Themenpark, dass man sich extra ein Ticket innerhalb des Parks holen muss. Mithilfe dieser Tickets wollen die Organisatoren den Personenfluss ein wenig kontrollieren, da jeder Besucher sich bei Olivanders einen eigenen Zauberstab holen, oder mit dem 4D-Rollercoaster ein Quidditch-Match gewinnen will.

Auch in die Welt von Spider Man taucht man mithilfe eines 4D-Rollercoasters ein und rettet New York vor mehreren Bösewichten, fällt von Hochhäusern und redet mit Spidey.

Für mich One Piece-Fan war jedoch die Zusammenarbeit des USJ (Universal Studios Japan) mit Shōnen Jump ein klares Highlight. Bis Anfang September dauert diese noch an. Aufgrund dieses Teamworks kann man in der Welt des Hai-Films „Jaws“ lauter Marine-Stände sehen. Man fühlt sich fast so, als ob man in einem Dorf wäre, welches von der Marine eingenommen wurde.
In mehreren Läden konnte man exklusive Goodies erbeuten. In einem Life-Action-Escape-Game kann man für einen zusätzlichen Eintritt eine Death Note-Attraktion erleben oder ein Dragon Ball 4D Abenteuer ansehen. Ein Schauspiel zum Thema One Piece wurde regelmäßig aufgeführt.

Das angesprochene Gefühl, in eine Filmwelt einzutauchen, wurde dadurch untermalt, dass bekannte Hits immer im Hintergrund liefen. Durch manche hallenförmigen Gebäude fühlte es sich so an, als ob man der Held seines eigenen Films wäre und die gespielte Musik die Hintergrundmusik im Film wäre.

Wegen der Erfahrungsberichte meiner Kollegen, welche den USJ schon besucht haben, entschieden wir uns ein 2-Tages-Ticket zu kaufen, um so viel wie möglich sehen zu können. Die Schlangen bei den Rollercoastern waren nämlich stets so lang, dass man mit 2-3 Stunden Wartezeit rechnen musste. Das Ticket kostete uns ca. 140 Euro, welche sich aber auf jeden Fall gelohnt haben.

Zwischen den beiden Highlights fand ein großes Event in Kyōto statt, bei welchem fünf Motive auf Bergen angezündet werden und nachts einen einzigartigen Anblick bieten, welchen wir jedoch nicht gesehen haben, da es geregnet hat. Wir saßen mit ein paar Freunden am Kamo-Fluss und warteten, bis der Berg „angezündet“ wird, doch auf einmal fing es an zu regnen. Eine halbe Stunde saßen wir auf dem Boden, ohne Regenschirm und ohne Dach mit der Hoffnung, dass es bald aufhört...doch es hörte nicht auf! Vollkommen durchnässt kamen wir zuhause an um dann zu erfahren, dass man es irgendwie geschafft hat die Symbole anzuzünden, obwohl es in Strömen gepisst hat!
Der Hintergrund der brennenden Berge ist das sogenannte Obon-Fest, bei welchem die Geister der Vorfahren für eine gewisse Zeit in unsere Welt zurückkommen. Mithilfe von Lichtern werden die Verstorbenen geehrt.

Nach den ereignisreichen Tagen gönnten wir uns ein paar Tage, welche etwas gammliger verliefen. Hier und da spazierten wir herum, meine Schwester machte ihre letzten Einkäufe und wir besuchten ein Ramen-Restaurant in der Nähe unseres Hauses. Beim Anblick dieses Restaurants, beginnt man zu zweifeln, dass es in Japan eine Gesundheitsbehörde gibt, welche verschiedenste Restaurants auf Hygiene kontrolliert.
Überall lagen Manga- und Erotikhefte unordentlich herum und die Küche sah aus, wie eine Studentenküche. Der Besitzer saß hinten im Restaurant und schaute Fern, bis wir reinkamen. Wir setzten uns vor die Poster einer Idol-Gruppe und bestellten Soja-Ramen.
Wir fühlten uns trotzalldem - oder genau wegen der Gammligkeit - sehr wohl dort. Auch als wir das Ramen probierten, wussten wir, dass DAS unser Restaurant werden kann! Es war wirklich sehr lecker!

Mal sehen, ob wir daraus unsere Stammkneipe machen :D Billig wars auf jeden Fall :D

Das solls auch für diese Woche sein. Bis nächste Woche :D












 
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