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 Mihaus Japan-Blog - Warum Japan doch nicht so teuer ist
 
Kommt es nur mir so vor oder verläuft die Zeit in Japan einfach mega-schnell? Es kommt mir vor als ob gestern erst zwei Japanerinnen beim Anblick meiner Person das Weite gesucht haben, jedoch ist schon wahrlich eine ganze Woche vergangen!
Wenn das so weitergeht, fliege ich gefühlt morgen schon nach Hause, was bei all den Sachen die ich noch vorhabe (Ihr könnt Euch freuen) ziemlich unpraktisch wäre.
 
Es ist viel passiert in dieser Woche, was ich Euch natürlich nicht vorenthalten will! Also gönnt Euch den heutigen Blog und wenn Ihr irgendetwas wissen wollt, Euch irgendetwas als Thema wünscht, sagt einfach Bescheid (via Mail, askfm, Facebook, privat... Wie ihr wollt...Die Links und Adressen findet Ihr im ersten Eintrag).
Es sind schon ein paar Wünsche bei mir eingegangen, auf welche ich eingehen werde. “Atomkraft” und “japanischer Alltag” sind jedoch Themen, die ich jetzt noch nicht beantworten kann und sie deswegen ein wenig nach hinten aufschiebe. Aber sie werden im Anime-Thunder-Blog von mir beantwortet, das verspreche ich!
 
Das Leben in Japan verläuft sehr müde. Die Tatsache, dass man viel erleben will ist mit der Tatsache, dass man Hausaufgaben aufbekommt, schwer zu vereinbaren. Deshalb geht ein Großteil der Zeit, die ich fürs Schlafen nutzen könnte, für universitäre Pflichten drauf...ein weiterer Grund sind wochenendliche Feier-Sessions, welche bis 5 Uhr dauern MÜSSEN (es gibt hier wie schon erwähnt keine Nachtzüge).
Die Müdigkeit macht jedoch nichts aus, da ich mir allgemein vorgenommen habe die Zeit in Japan nicht zu schlafen zu nutzen.
 
So konnte ich die Arbeitswoche nutzen, um mich ein wenig im meinem Circle einzuleben. Es hat lange gedauert, bis ich bei der Vielzahl von interessanten Circles und Clubs an der Uni etwas für mich gefunden habe. Letztendlich fiel die Wahl auf den Go-Circle. Schon in der Realschule entschied ich mich das Schachspiel zu erlernen und fand dadurch meine Liebe zu strategischen Brettspielen. Da es leider an der Dōshisha-Uni keinen Schach-Club gibt, entschied ich mich also etwas Neues zu erlernen und so fiel die Wahl auf Go.
Für alle die es nicht kennen: Go ist ein Brettspiel, welches man zu zwei spielt. Es gibt weiße und schwarze Steine, welche abwechselnd auf das Brett gelegt werden. Ziel ist es durch schlaues legen der Steine und umzingeln der gegnerischen Steine, so viel Fläche wie möglich zu gewinnen.
 
Vielleicht kennt noch der ein oder andere den Manga “Hikaru no Go”, welcher 2003 in Deutschland bei Carlsen Manga erschien. Ich persönlich lernte durch diesen Manga (den ich zugegebenermaßen nicht fertiggelesen habe) Go kennen. Lustig ist es, dass nahezu 100% der Mitglieder des Circles Fans von ebendiesem Manga sind. Im Circle-eigenen Zimmer gibt es sogar eine Manga-Ecke mit allen Bänden des Manga! Die Aktivitäten des Circles finden jeden Montag, Mittwoch und Freitag statt, wobei es sich hierbei um eine lockere Organisation handelt. So ist es auch in Ordnung, wenn man gar nicht kommt, oder nur zum Saufen mitkommt.
Es gibt jedoch auch Clubs (keine Circles!), welche die Teilnahme an Trainings usw. als Pflicht ansehen. Eine Kommilitonin war so mutig und trat einem solchen Club der chinesischen Kampfkünste bei und wird oftmals überwältigt von den “Freizeitpflichten” und der strengen Atmosphäre.
 
Am Freitag wurden in meinem Circle alle neuen Mitglieder in einem japanischen Restaurant willkommen geheißen. Neben der Tatsache, dass man mit vielen Menschen in Kontakt treten konnte, bewerte ich es als äußerst positiv, dass die Mitglieder aus höheren Semestern alles Essen und Trinken gezahlt haben, sodass ich für lau essen und trinken durfte!
Laut Erzählungen von anderen Kommilitonen, ist dieses Verhalten in den japanischen Circles meistens Standard!
 
Ein persönliches Highlight ereignete sich jedoch am Donnerstag, als ich mit drei Freunden nach Ōsaka fuhr, um uns ein Konzert der finnländischen Band Nightwish zu gönnen.
Ich persönlich würde mich als Fans des Musikgenres “Metal” bezeichnen, jedoch sind gefühlte 90% meines Freundeskreises in diesem Genre anzusiedeln, weshalb ich ungewollt stets die neuesten Tracks von verschiedenen Bands höre und so auch Sympathien für Bands wie System of a Down, Travesty, Metallica oder eben Nightwish entwickeln konnte.
Erstens also habe ich mir gedacht: Kann ne lustige Erfahrung sein und es wäre interessant zu sehen, wie man in Japan bei Konzerten von westlichen Bands abgeht. Zweitens war es aber auch ein kleiner nostalgischer Ausflug für mich. Da ich vor allem mit der Band Nightwish meine besten Freunde in Bayern verbinde, konnte ich das Gefühl der Nostalgie und der Freude während dieses Konzertes vollkommen genießen.
 
Laut Informationen des Freundes, welcher mich zum Konzert eingeladen hat, geht man bei Nightwish-Konzerten weniger ab, sondern genießt die Musik. Das war auch in Ōsaka der Fall und ist auch nicht weiter verwunderlich. Die Musik ist nur in wenigen Fällen so, dass man einen Moshpit starten könnte. Des Weiteren ist die Musik einfach zu schön, um sich auf andere Sachen konzentrieren zu können als auf die Kunst, welche aus dem Mund der Sängerin und den Instrumenten kommt. Großes Lob.
Eine eher professionellere musikalische Analyse des Konzertes könnt ihr jedoch auf dem Blog des erwähnten Freundes Theo nachlesen, welcher einen Musik- und Japanblog führt (dreamsuntamed.blogspot.com). Der Bericht zum Konzert kommt am Mittwoch in zwei Wochen, aber auch er hat schon einiges geschrieben! Schaut gern mal vorbei :)
 
Im Kopf geblieben ist mir jedoch hauptsächlich Ōsaka selbst. Auch wenn ich nur wenig von dieser Stadt gesehen habe, hat sie mich sofort fasziniert. Manche Leute behaupten, dass es sich hierbei um die “westlichste Stadt Japans” handelt. Ob es wirklich so ist, kann ich nicht sagen, aber Fakt ist: Es sind viele Hipster unterwegs ;)
Die Kleidungsgeschäfte mit verschiedenen lustigen und interessanten Motiven (Ein Cannabis-Pulli im strengen Japan hat auf jeden Fall Stil) haben sofort mein Herz erobert.
 
In Ōsaka konnte ich auch mein erstes Purikura schießen lassen. Hierbei handelt es sich um Foto-Maschinen, in welchen sich mehrere Personen reinstellen können. Passbildgroße Bilder werden dann geschossen und man hat ein nettes Erinnerungsstück. Zwischen dem Schießen des Bildes und dem Druck, kann man die Bilder noch bearbeiten.
Des Weiteren gibt es verschiedene Arten von Maschinen, welche die Haut glatter machen oder die Augen vergrößern...Es ist schön wie schön gestutzt mein Bart auf den Fotos aussieht.
 
Nicht unerwähnt sollte der Besuch des Katastrophen-Zentrums in Kyōto sein, welchen unser Kurs zusammen unternommen hat. Neben viel Spaß im Taifun-, Hausbrand- und Erdbebensimulator, konnten wir nun auch endlich ganz genau erfahren, was man alles machen sollte im Falle einer Katastrophe, welche in Japan immer geschehen kann. 
 
Aus der Kategorie “wöchentliche lustige Stories” habe ich diese Woche nur einen Japaner zum Weglaufen erschrecken können, ohne dass ich irgendetwas getan hatte.
Als ich in ein Kleidergeschäft reinging, um kurz nach dem Titel eines Songs zu fragen, habe ich komplett vergessen, dass ich wohl gefährlich aussehe und schritt selbstbewussten Schrittes mit Augenkontakt auf den Verkäufer zu, welcher nach ein paar Schritten prompt weggesprungen ist und sich hinter einem Tisch versteckt hat.
Nachdem er aber gemerkt hat, dass ich ausnahmsweise niemanden töten oder ausrauben wollte, sondern nur eine kleine Frage hatte, war er sehr hilfsbereit und freundlich. Ein guter Mann! :)
 
Man liest sich dann nächste Woche! Habt ne schöne Zeit und bis dann!






 
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