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 Mihaus Japan-Blog - Sightseeing mit dem Prof + weinende Kinder

Tag des Sportes in Japan ist schön, da man an diesem Tag frei hat und somit gammeln kann :) Ironisch, nicht wahr?

Letzte Woche begann die Uni und wir alle schleiften uns um 9 Uhr, überrascht wie müde man doch um diese Uhrzeit sein kann, in die Kursräume. Sehr gespannt waren wir auf das Seminar „Kyoto: Stadt - Landschaft - Urbanität“, für welches ein Professor extra aus Tübingen hergeflogen ist, um uns zwei Wochen lang dieses Seminar anzubieten. Die ersten Tage waren eher theoretischer Natur: Uns wurde gezeigt, wie man am besten Ort dokumentiert, welche man in Japan besucht. Dies ist vor allem deswegen brauchbar, da wir wohl nicht mehr so schnell nach Japan kommen werden und dieses Jahr auch dazu nutzen sollten, so viele Orte wie möglich zu besuchen. Falls wir diese Orte in Zukunft für Arbeiten oder privat brauchen würden, wissen wir nun, wie man fotografisch so dokumentiert, um so viele Infos wie möglich sammeln zu können.

Mit diesem Wissen besuchten wir die berühmte Straße „Teramachi“ in Kyōto, welche eine lange überdachte Straße, voll mit Touri-Läden, ist. In nahezu jeder größeren japanischen Stadt findet man solche Shōtengai, also Einkaufspassagen. In diesen Shōtengai findet man nahezu alle möglichen Läden und Restaurants. Von traditionellen Messerschmieden bis hin zu 100-Yen-Läden und Hentai-Doujinshi-Shops. Interessant hierbei ist, dass die einzelnen Läden nicht einzeln für sich, sondern unter dem „Dachverband“ der Shōtengai stehen. Das bedeutet, dass man gemeinsam nach Außen tritt, um so natürlich mehr Geld machen zu können. „Teramachi“ ist nun mal ein viel bekannterer Name in Kyōto, als der Name des kleinen Ramen-Ladens, welchen man dort irgendwo finden kann.
In Kyōto gibt es neben Teramachi noch den Nishiki-Markt und die „3. Straße“ Sanjō, welche ebenfalls als Shōtengai auftreten.

Auch wurde mir bei diesem Ausflug nochmal klar, wie viele Tempel und Schreine es in dieser Stadt gibt! Wir bewegten uns ungefähr 200 Meter und blieben alle paar Sekunden stehen, weil wir wieder mal auf einen heiligen Ort trafen. 5 Schreine und 2 Tempel haben wir in 200 Metern gesehen...Irgendwie unfassbar!

Am nächsten Tag fuhren wir nach Ōsaka in ein Freilichtmuseum, in welchem alte Häuser aus ganz Japan gesammelt wurden. Sei es aus kälteren Regionen oder aus dem fernen Okinawa! Dort mussten wir natürlich auch sehr viele Fotos knipsen.

Bisher war ich nur in einem Freilichtmuseum auf Okinawa, in welchem nur Okinawesische Häuser ausgestellt wurden. Hier konnte ich auch Häuser von den japanischen Hauptinseln begutachten. Diese waren aus leicht entzündbaren Materialien gebaut, trotzdem musste damals nahezu immer ein Feuer im Haus brennen! Neben Wärme und Licht, hatte das Feuer, bzw. der aufsteigende Rauch des Feuers, die Funktion, Insekten fern von den teuren Dächern zu halten.

Am Wochenende besuchte ich dann endlich meine Gastfamilie in Ōtsu wieder. Auch ihre Enkelkinder waren da, sodass Spaß garantiert war. Angeschaut haben wir uns das Ōtsu-Matsuri, ein Fest welches zu Zeiten entstand, als die Hafenstadt Ōtsu noch viel Geld hatte. Grund für den Reichtum war natürlich der Hafen, welcher heute nur noch für touristische Zwecke gedacht ist. Das Fest findet aber trotzdem weiterhin statt.
Bisher war dieses Fest dasjenige, welches mich am meisten an Fasching erinnerte ;) Ich war schon auf einigen Matsuri: Manche waren stinklangweilig, ohne Tanz und ohne Musik, wie das Aoi-Matsuri, manche waren imponierend wie das Gion-Matsuri. Das Ōtsu-Matsuri erinnerte stark an Letzteres, über welches ich hier auch schon mal berichtet habe. Große Wägen wurden durch die Straßen gezogen, allein mit der Muskelkraft der ca. 20 Männer, welche die Wägen zogen und schiebten.
Doch in Ōtsu wurden auch Süßigkeiten aus den Wägen geschmissen, was ich persönlich sehr feierte. Die engen Straßen Ōtsus waren jedoch so voll, sodass ich mir manchmal Sorgen machte, als Süßigkeiten in die Menge geworfen wurden und sich die ganze Meute auf die Beute schmeißt.

Das wars auch schon für diese Woche. Doch bevor ich mich weiter ans Lernen mache, kommt hier noch eine Geschichte aus der Serie „Japaner haben Angst vor Mihau“ XD

Vor ca. einer Woche fuhr ich mit einem japanischen Kumpel in der U-Bahn. Da ich also in Begleitung eines Japaners war, welcher mich im Falle einer aggressiven Phase bändigen hätte können. Als also alle anderen Insassen bemerkt haben, dass ich mich mit meinem Kumpel auf Japanisch unterhalte, konnten sie beruhigt aufatmen und sich weiterhin mit ihren Handys beschäftigen.
Lediglich ein Kind konnte die beruhigende Anwesenheit meines Freundes nicht richtig interpretieren und beobachtete mich misstrauisch. Als ich das bemerkte, fing ich sofort an zu Lächeln oder Grimassen zu machen, da dies manchmal bei Kindern mit Humor funktioniert ;)
...

Dieses Kind hatte keinen Humor und fing an zu weinen. Es sah mich an und weinte! Wie dreist ist das bitte xD Auch als ich mich umdrehte, hörte es nicht auf XD Die Mutter beruhigte das Kind und entschuldigte sich bei mir um die drei Mal XD Mein Freund und ich konnten uns jedoch nicht vor Lachen einkriegen :D





 





 
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