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 Mihaus Japan-Blog - Okinawa

Servus Leute! Es ist schön wieder mit Euch zu schreiben. Heute ist Montag, also bin ich um ein Tag verspätet. Dies hat jedoch einen wichtigen Grund: ich war nämlich eine Woche lang auf Okinawa und habe aus Erholungsgründen meinen Laptop nicht mitgenommen.

Bevor ich Euch aber meine Erfahrungen aus dem ehemaligen Ryūkyū-Königreich mitteile, hier nochmal ein Link für Euch: https://www.youtube.com/watch?v=TMApcr8la3U
Für alle, die unser Let’s Eat verpasst haben, etwas im Hintergrund laufen lassen wollen, oder es sich einfach nochmal ansehen wollen, der liebe Fray hat das Video ein wenig überarbeitet und hochgeladen. Es war ein sehr lustiges Projekt und es ist eine Erfahrung die wir uns jedes Mal wieder ansehen können :) Unser Japan-Projekt, und Ihr wart dabei! Danke <3

Also, Okinawa ... Nach ungefähr zwei Monaten vollgepackt mit Gästen und täglichen Ausflügen an neue und alte Orte brauchte ich eine gewisse Zeit um wieder ein wenig runterzukommen. Ein wenig Zeit für mich selbst. Das entfernte Okinawa eignet sich da perfekt: Ein typischer Urlaubsort, weit entfernt vom Rest der Welt und mit genug Sehenswürdigkeiten und einer Natur, welche mehr als spazierwürdig ist.
Prompt buchte ich mein Flug, begleitete Ferdi zu seiner Maschine zurück nach Deutschland und stieg sofort in meinen Flieger in Richtung Naha, der Hauptstadt Okinawas. Dort fuhr ich mit Bus weiter in den Norden der Hauptinsel bis zum Dorf Bise, welches sich mittig im Westen der Insel befindet. Dort ausgestiegen machte ich mich auf die Suche nach meinem Hostel mit dem vielversprechenden Namen „Sunset Hill“. Bei der Suche fiel mir auf: Okinawa ist ein einziges Inselkaff :D Es gab dort nichts! Ein großes Hotel neben einem Konbini und viele private Nudelgeschäfte. Natürlich habe ich mit dem Wort „nichts“ übertrieben: Das größte Aquarium Japans befindet sich dort in der Nähe, genauso wie ein nachgebautes traditionelles Dorf der Ureinwohner Okinawas. Jedoch muss man bis zu nächsten Poststelle mit Geldautomaten 40 Minuten laufen (teils über pure Felder xD)....
Ich habe es geliebt. Mein Ziel des Relaxens konnte in diesem Dort perfekt realisiert werden.

So spazierte ich fast täglich am Strand entlang, welcher mit der Insel „Ie“ im Hintergrund ein prächtiges Bild darstellte! Schwimmen, Schnorcheln und ein Besuch des Aquariums füllten meine Tage. Die positivsten Erfahrungen habe ich jedoch vom Hostel mitgenommen. „Sunset Hill“ ist ein Hostel und eine Salzindustrie zugleich. Der Name könnte passender gar nicht sein, da man den Sonnenuntergang täglich am Abend vom gemütlichen Dach beim Abendessen bestaunen konnte (Bilder sind schon auf Instagram unter mihau_travel_exp hochgeladen. Ich bin besonders stolz auf diese Szenerien). Das Dach wurde somit zu einem Treffpunkt für alle Einwohner des Hostels und der Belegschaft, welche aus einem älteren Ehepaar und einer jungen Aushilfskraft bestand. Jeden Abend traf man sich also mit täglich wechselnden Gästen und tauschte sich aus über Politik, Kultur, Essen und die Schönheit Okinawas. „Der große Unterschied zwischen unserem Hostel und einem teuren Hotel ist, dass man sich hier mit neu kennengelernten Menschen hinsetzen kann, Meinungen austauschen kann und das alles bei einer lockeren Atmosphäre. Ich bin froh, dass unser Hostel zu so einem Ort wurde.“ sagte die Besitzerin eines Abends. Der Spruch blieb mir in Erinnerung und erinnerte mich wieder daran, warum billige Hostels die beste Möglichkeit sind, Urlaub zu machen.

Vor allem waren die Besitzer dieses Hostels besonders locker. Das Problem war nämlich, dass ich zu spät gebucht habe und sie mir vorgeschlagen haben, in ihrem Wohnzimmer zu übernachten. Als ich ankam, haben sie mich aber noch in ein Zimmer untergebracht und ich zog alle paar Tage einfach von Zimmer zu Zimmer und durfte sogar ein paar Nächte im Frauen-Schlafsaal übernachten xD.

Die dümmste Idee war es, ins Aquarium zu gehen und danach im Meer zu schwimmen. Nicht nur, dass im Aquarium Walhaie zu sehen sind, auch vor giftigen Lebewesen im Meer wurde gewarnt. Wenn man weiß, dass auch nah am Ufer man auf giftige Tierchen treten kann und in der Nähe absolut KEIN Krankenhaus zu finden ist, plantscht es sich ganz anders. Am nächsten Tag beim Schnorcheln durfte ich die ganzen ekligen - wenn auch ungiftigen - Lebewesen auch noch scharf sehen...ich habe mich einfach nicht wohlgefühlt... Taucher wäre kein Job für mich.

Durch Konsultationen mit einem im Hostel kennengelernten Deutschen erfuhr ich vom Norden der Insel, in welchem es wirklich nahezu nichts, bis auf ein vielversprechendes Kap, geben soll. Deswegen kommt man da auch am besten mit einem Auto hin, welches keiner von uns fahren darf, da wir kein japanischer Führerschein besitzen. Doch am Dach lernten wir Herr Hiro aus Sapporo kennen, welcher sich nicht nur ein Auto gemietet hat, sondern auch in den Norden fahren wollte. Mit diesem Glück besuchten wir also den Kap Hedo, ein altes Königsgrab und viele Orte mit schönen Aussichten aufs Meer. Herr Hiro war schon sehr oft auf Okinawa und kannte deswegen ein paar wenig besuchte Spots mit tollen Aussichten (#instagram)

Das kulturelle Highlight war eine Veranstaltung in Bise, welche nur alle vier Jahre stattfindet. Was für ein Glück muss man haben, dass man genau zu diesem Zeitpunkt im Dorf ist! :DD
Über das Fest klärte uns eine Einwohnerin Okinawas auf, welche jedoch auf einer anderen Insel heimisch ist. Sie erzählte uns auch etwas über die dort anwesenden Schamaninnen, welche ihrer Meinung nach sehr angsteinflößende Frauen sind. Sie sollen in das Innenleben des Menschen sehen können und sehr ernste Persönlichkeiten sein. Trotz der Angst vor den Schamaninnen gingen wir zum Fest, welches eigentlich eine Vorführung war. Die Vorführung auf einer Bühne handelte von der Schlacht zwischen drei Völkern auf Okinawa und wurde mit sehr aufwendigen Kostümen gezeigt. Zwei ältere Damen mit weißen Westen saßen im Hintergrund und genossen das Schauspiel: Dies waren die Schamaninnen. Als das Stück zu Ende war, wurden die Zuschauer zum gemeinsamen Tanz auf oder vor der Bühne eingeladen. Es herrschte eine sehr lockere Atmosphäre. Auch eine Schamanin tanzte mit, was sie nicht wirklich ernst erscheinen ließ. Auf jeden Fall habe ich echte Schamanen gesehen! Dieses Must-see kann ich von meiner Liste abhacken.

Am letzten Tag fuhr ich zurück nach Naha und besuchte mit zwei deutschen Freunden alte Bunker der japanischen Marine. Während dem 2. Weltkrieg wurde Japan auf Okinawa von Amerika angegriffen. Von Anfang an chancenlos zwang man Zivilisten aus Okinawa zu Selbstmordattentaten. Als wirklich jede Hoffnung starb, töteten sich auch die japanischen Oberbefehlshaber im Bunker selbst. In einem Raum sieht man sogar eine durch eine Granatenexplosion durchlöcherte Wand. Was ich als sehr lustig empfand, was der Souvenirladen am Ende der unterirdischen Anlage, welcher auch T-Shirts von der Marine aus One Piece verkaufte xD.

Da am nächsten Tag in der Früh mein Flug ging, wollte ich am Flughafen übernachten. Um 22 Uhr erfuhr ich jedoch, dass der Naha Flughafen um 24 Uhr schließt und eine Übernachtung dadurch nicht möglich war. Also ging ich zum nahegelegenen 24h-McDonalds und machte dort die Nacht durch, weswegen ich auch jetzt nahezu tot bin durch Müdigkeit und hier den Blog beende.

Keine ganzen zwei Wochen und das Uni-Leben beginnt hier wieder für mich. Mal sehen, was ich bis dahin noch so alles erlebe! Bis nächste Woche <3











 
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