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 Mihaus Japan-Blog - Leute ich bin tot!

Was geht ihr Luschen :D

Mit Tränen und einer kleinen Portion Heimweh verabschiedete ich meine Schwester am Sonntag vor zwei Wochen aus Japan. Doch trotz alldem ging es mit großen Plänen weiter. So fuhren mein Freund aus Deutschland und ich einmal zwei Tage von Kyōto aus nach Osten und gleich darauf von Kyōto aus in den Westen. Auch wenn die Ziele der beiden Nachtbusfahrten mir schon bekannte Ziele waren, sahen wir stets neue Sachen.

Beginnen wir mit dem ersten Trip, welcher („mal wieder“ mag sich manch einer denken) nach Tōkyō ging. Der Hauptgrund dieser Reise war prominenter Besuch aus Europa, welcher zwei Symposien in Tōkyō hielt.
Julia Reda, die einzige Europa-Abgeordnete der europäischen Piratenpartei, wurde von der Organisation für Internetuser MIAU (http://miau.jp/) nach Japan eingeladen. Julia Reda ist im EU-Parlament die Expertin für das Thema „Copyright“, worüber sie nicht nur ein Symposium gehalten hat, sondern auch mit großen Firmen oder Politikern in Japan sprach.
Ihr erstes Symposium war über das Thema „Liquid Democracy“, welches ein Demokratie-System darstellt, in welchem man sich öfter als nur alle vier Jahre in die Politik mit einbringen kann, trotzdem aber auch Repräsentanten wählen kann. Viele Piratenparteien in Europa nutzen dieses System jetzt schon.

In einem Raum der alternativen News-App „SmartNews“ übernahm Frau Reda die Rolle der Expertin und erklärte den anwesenden japanischen Unternehmern und Politikern das als „liquid Democracy“ bezeichnete System, worüber diese dann später diskutierten. Die Leitfrage war, ob „liquid Democracy“ in Japan überhaupt möglich ist, und zusammenhängend damit, ob Japan überhaupt eine Piratenpartei braucht. Beide Themen, welche ich als sehr interessant empfinde.

Am zweiten Tag konnte Julia Reda sich im französischen Institut in Tōkyō an ihrem Lieblingsthema austoben: „Copyright“. Sie stellte sich japanischen Professoren und Autoren-Vertretern, welche in einen Augen nicht wirklich überzeugen konnten. Ich persönlich verstehe nicht viel von Copyright, konnte es nach Frau Redas Erklärungen jedoch ganz gut nachvollziehen. Ich empfehle Euch, wenn ihr Mal die Chance haben solltet, Euch über die Frau kundig zu machen. Sie macht ihren Job im EU-Parlament auf jeden Fall gut und ich schätze sie dafür sehr (unabhängig von ihrer Parteizugehörigkeit).

Die Zeit zwischen den Symposien nutzten wir, um uns noch unbekannte Stellen in Tōkyō anzusehen. So besuchten wir das japanische Parlament und nahmen an einer kostenlosen Tour durch die Zimmer des Oberhauses teil. Ein sehr prachtvolles symmetrisches Gebäude mit deutschem Glas. In einer Wartehalle, in welcher man auf den Tourguide wartete, konnte man ein Parlamentarier-Sitz für lustige Fotos benutzen oder einen Sitz des Kaisers begutachten. Was mir jedoch eindeutig gefehlt hat, war eine Wiese vor dem Gebäude, wie sie vor dem Bundestag anzutreffen ist. Das Parlamentsgebäude war komplett eingezäunt und man konnte nur mithilfe der Tour-Gruppe in die Nähe des Gebäudes kommen.

Natürlich besuchten wir auch Akihabara, wo wir in einen sehr interessanten Laden mit dem Namen „Super Potato“, in welchem man Retro-Spiele erwerben konnte, gingen. Viele Spielen stammten aus einer Zeit vor meiner Geburt, sodass ich zeitweise verwundert war, etwas Älteres als den GameBoy Colour zu sehen. Doch auch Spiele für diesen und Neueres konnte man finden.

Zu den schönsten Erlebnissen gehörte das Frühstück am zweiten Tag in Tōkyō, welches wir uns zwar in einem Kiosk kauften, es aber im Bunkyo Civic Center Turm einnahmen. Dort gibt es eine Aussichtsplattform, von welcher man auf Tōkyō draufschauen kann. Bei gutem Wetter könnte man sogar den Fuji-Berg sehen. Ein Frühstück bei solch einer Aussicht ist Gold wert und vollkommen empfehlenswert.

Trip 2 ging dann via Nachtbus nach Hiroshima, von wo wir direkt mit dem Zug nach Onomichi weiterfuhren. In Onomichi beginnt eine beliebte Strecke, welche man zu Fuß, mit dem Fahrrad, Roller oder Auto durchqueren kann: Der Shimanami Meeresweg. Dieser Weg führt 71 km lang von Onomichi auf der Hauptinsel Honshō bis Imabari auf der anderen Hauptinsel Shikoku. Auf dem Weg fährt man über 5 weitere kleiner Inseln, welche allesamt mit großen Brücken verbunden sind.
Mein Freund und ich entschieden uns, diese sportliche Herausforderung anzunehmen und liehen uns Fahrräder aus, mit welchen wir an einem Tag 71 km nach Imabari fuhren. Dort übernachteten wir in einem sehr gemütlichen traditionell eingerichteten Hotel, von welchem wir in der Früh wieder zurück nach Onomichi aufbrachen.

Geplagt von Muskelkatern und schmerzenden Hintern haben wir es jedoch geschafft und haben innerhalb von zwei Tagen 142 km mit dem Fahrrad geschafft. Auch wenn es eine schmerzhafte Erfahrung war, ist der Weg über das Meer und die verschiedenen kleinen Inseln ein großer Genuss. Vor allem die Ausblicke auf das Meer von den Brücken aus, lies mich jedes Mal mit einem Lächeln innehalten und die Aussicht genießen <3. Solche Augenblicke sind der Grund, weshalb ich mit Instagram angefangen habe. Ich möchte zumindest einen Teil der Schönheit die ich erblicke mit Menschen teilen, welche sich gerne schöne Aussichten ansehen...und der Meeresweg war hierfür perfekt.

Jetzt wird aber die nächsten Tage ein wenig gegammelt. Meine Oberschenkel brauchen eine Pause...ein halbes Jahr mindestens xD Zu meiner Verteidigung...ich habe diesen hügeligen Weg mit einem Damenfahrrad geschafft. Diese Art von Fahrrad ist im Normalfall nicht für solche Wege konzipiert ... ich habe ein Recht zu meckern ... zumindest ein bisschen ... oder? :P

Ahja, eine kleine Ankündigung noch: Am 1. September um 13 Uhr deutscher Zeit werden 4 Freunde und ich uns tonnenweise japanische Snacks kaufen und diese vor Euren Augen verzehren. Wer also sehen will, wie Europäer kotzen und Erfahrungen mitteilen, klickt zum gegebenen Zeitpunkt auf diesen Link (https://www.twitch.tv/mjolnirfray) und genießt das Leiden der Anderen.

Bis dahin wünsche ich eine schöne Zeit, Mihau











 
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