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 Mihaus Japan-Blog - Jazz am See

Seruvs, hier ist Euer Mihau.

Kurz vor dem Einschlafen möchte ich Euch noch etwas über die letzte Woche erzählen. Da auch diese Woche das Projektseminar stattfand, welches immer ein wenig länger dauert, ist nicht sonderlich viel passiert, aber das, was passiert ist, möchte ich Euch nicht vorenthalten.

Für das Projektseminar musste sich jeder ein Thema über die Stadt Kyōto aussuchen und dieses in einer Präsentation vorstellen. Wichtig dabei war, dass man persönlich an diesem Ort vorbeischauen und seine Präsentation mithilfe eigener Fotos aufbauen muss. Anfangs klang es nach nicht ernstzunehmender Arbeit, doch schnell wurde klar, wie erstaunlich es ist, dass man ohne Bücher zu lesen oder im Internet zu recherchieren, so viel über ein Ort lernen kann, einfach nur weil man dort hingeht und ein wenig genauer hinschaut als sonst.

Unser (ein Kommilitone und ich) Thema war das Kyōto’er Rathaus, welches ein prächtiges Gebäude mit einem in meinen Augen sehr schönen und großen Vorplatz, auf welchem man jeden Tag Kinder spielen sieht oder wo Arbeiter ihr Bentō im Schatten genießen können, ist. Ebenfalls direkt vor dem Rathaus befindet sich ein Spielplatz, welcher sehr beliebt zu sein scheint.

Doch die große Überraschung kam, als wir uns im Rathaus selbst umschauen wollten. Wir stellten fest, dass auch obwohl das Rathaus ein riesiger Komplex zu sein scheint, sich die Stadtverwaltung trotzdem ungefähr ein Dutzend weiterer Appartements mieten musste. Auch interessant ist, dass Kyōto eine eigene Abteilung für Umweltschutz hat, was man normalerweise nicht von lokalen Rathäusern kennt. Mit dem Wissen im Hinterkopf, dass das Kyōto-Protokoll, welches lange Zeit das wichtigste Klimaabkommen war, logischerweise in Kyōto erstellt wurde, ergibt das wieder Sinn.

Ich will Euch jedoch nicht die ganze Zeit mit Verwaltungsgebäuden vollschreiben, da ich am Samstag auf einem sehr schönen Event war. Ich wurde wieder von meinen ehemaligen Gasteltern nach Ōtsu eingeladen, da dieses Wochenende das Ōtsu-Jazz-Festival stattfand.

Stellt Euch folgendes Szenario vor: Langsam wirds Abend, der Biwako plätschert vor sich hin und während man dem Sonnenuntergang ansieht, läuft genüssliche Jazz-Musik im Hintergrund. Es war wie in einem Traum. Neben der Bühne direkt am Ufer des Biwa-Sees, gab es natürlich auch sehr viele Stände. Auffallend war die große Anzahl von Ständen mit Essen aus aller Welt. So habe ich zum ersten Mal einen japanischen Döner Kebab aka. „Kebap-Sandwich“ probiert (War viel zu klein XD), es gab aber auch Pizza, Bratwurst, Frankfurter oder Hühnchenburger.

Es war insgesamt ein sehr schönes Event, wie ich es bisher in Japan nicht erlebt habe. Es hatte etwas von Stadtfesten in Deutschland. Und die Musik war übrigens sehr angenehm zum Hören! Jazz ertönt bei mir nicht oft aus den Lautsprechern, die Band TONE BASS TRIO jedoch hat mich überzeugt!

Mit diesen Worten verabschiede ich mich für diese Woche und freue mich schon auf die Nächste :)
 





 
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