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 Mihaus Japan-Blog - Halbnackt in der Grundschule
 
Servus Leute,

zunächst möchte ich mich für die späten Veröffentlichungen meiner letzten Blogeinträge entschuldigen. Es ist so, dass unser lieber Chef gerade viel um die Ohren hat. Da er für das Hochladen der Einträge verantwortlich ist, kam es somit zu kleineren Verspätungen.
Falls also jemand verwirrt sein sollte: Heute möchte ich über die Woche vom 13.06 bis zum 19.06 schreiben.

Es geht langsam aber sicher in Richtung Abschlussklausuren zu, was bedeutet, dass man unter der Woche schnell die Hausaufgaben macht und sich ans Lernen setzt (was bei der aktuellen Hitze nicht immer einfach ist). Obwohl hier eigentlich schon seit ein paar Wochen die Regenzeit herrschen sollte, sieht man - bis auf ein paar Regenmomente - nur strahlende Sonne. Was mich persönlich kaum stört :)

Von Freitag bis Sonntag gönnte ich mir jedoch eine Pause vom Lernen, da verschiedenste Pläne anstanden. So fuhr unser Kurs am Freitag nach Ky?tanabe, einer Stadt nahe Ky?to. Diese organisiert nämlich jedes Semester mit den Tübinger Studenten eine Exkursion in eine japanische Grundschule mit einer nachfolgenden Kulturveranstaltung.
Wir durften also mit japanischen Grundschülern Origami falten, Spiele spielen und zu Mittag essen.
Die Kinder sprangen sofort auf mein sonst so gefährlich wirkendes Äußeres an und betatschten meinen Bart. Es war schwer die Kinder im Unterricht dann wieder ruhig zu stellen, nachdem wir gemeinsam ein paar Dummheiten geredet haben.
Als Geschenk bekam ich viele (mehr oder minder) gelungene Origami-Kunststücke und ein selbstgemaltes Bild von Sanji aus One Piece <3

Bei einem Memory-ähnlichen Kartenspiel, bei welchem man ein Teil eines japanischen Gedichts vorgelesen bekommt und den zweiten Teil so schnell wie möglich finden muss, habe ich mich als Ausländer mit 4 gefundenen Paaren ziemlich gut geschlagen.

Die tägliche Portion Sport bekam ich dann beim Fangen-Spiel auf dem weiten Pausenhof der Grundschule. Vermutlich kennt Ihr das Bild einer japanischen Schule mit einem sehr großen Pausenplatz, auf welchem dann amateurhafte Baseball-Spiele ausgetragen werden. Diese sind nicht nur gut für die Kinder, welche viel Bewegung brauchen, sondern auch äußerst praktisch im Falle eines Erdbebens. Bei Notfällen dient der große Pausenhof nämlich als Versammlungsort, da auf weiten leer Feldern den Kindern logischerweise nichts auf die Schnauze fallen kann.

Nach diesen wundervollen Erlebnissen bekamen wir noch eine Einführung zur Herstellung des japanischen Tees, welcher in der Gegend von Ky?tanabe sehr berühmt ist, da er dort hergestellt wird. Ich durfte einer regionalen Journalistin sogar ein Interview geben, bei dem ich jedoch mit meinem Japanisch nicht glänzen konnte -.-”
Das Reden in unvorbereiteten Situationen muss also noch geübt werden!

Am Donnerstag traf ich mich mit zwei deutschen Freunden und einem japanischen Kumpel in der Wohnung des zuletzt Erwähnten. Dort bereiteten wir gemeinsam Takoyaki (Oktopus in Teig), welches wir nicht nur mit Oktopus gefüllt haben, sondern auch mit Käse, Rosinen oder Schokolade.

Am Wochenende fuhr ich an den Campus der Ritsumeikan-Universität am Biwako-See in der Stadt Kusatsu. Dort genoss ich zusammen mit meinen Wrestler-Kommilitonen ein dreitägiges Trainingsprogramm, welches mit einer Wrestling-Vorführung endete. Da die Senpai für ihre Aufführung üben mussten, konnten wir erstes nicht so viel trainieren. Wenn jedoch unsere Trainingszeit kam, erfüllten sich unsere Körper mit Schmerz, da wir zum ersten Mal ohne Matte das richtige Hinfallen geübt haben. Das heißt, dass wir mehrere Male mit unserem ganzen Gewicht auf hartem Boden uns hinfallen lassen sollten. Heute ist Dienstag und ich spüre auch heute die Auswirkungen des Trainings an meinem Rücken.

Sehr überraschend fand ich die Tatsache, dass der Campus über ein eigenes Hotel verfügt, welches sogar ziemlich luxuriös ausgestattet ist. Zwar schliefen wir in Mehrbettzimmern, jedoch hatten diese einen eigenen Vorhang und auch die Toiletten und Duschen waren besser ausgestattet, als man es von deutschen Jugendwohnheimen gewohnt ist.

Meine erste Erfahrung im Ring durfte ich dann am Montag erleben, indem ich eine eingeübte Choreografie zusammen mit einem Kommilitonen und einem Senpai zum Besten gab. Passenderweise zum Video, aus welchem die Choreo entstammt [https://youtu.be/ii7mnps8kCk?t=11m8s], waren auch wir nur mit einer Windel bekleidet. Später wurden uns Papp-Flügel an den Rücken geheftet und wir spielten nochmal kurz halbnackte Engel! Es war ein Riesenspaß! :D

Nun, da die Sommerpause im Wrestling-Club begonnen hat, kann ich mich endlich vollkommen aufs Lernen konzentrieren...ob das wohl funktioniert :P
 
 






 
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