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 Mihaus Japan-Blog - EVE-Fest, Kalligraphie, Ohara und der Nikolaus!

Hallöchen Leute,

mein Chef machte mich darauf aufmerksam, dass ich unser Uni-Fest mit dem Namen EVE beim letzten Mal nicht erwähnt habe, obwohl ich es angekündigt habe. Hierfür entschuldige ich mich, rechtfertige mich aber mit folgendem Grund. Der letzte Eintrag war ein sehr wichtiger für mich, da ich ihn als gewissen Abschluss für mich persönlich ansah: „Das Ende des Mr. BBQ“.
Ihr müsst wissen, der Abschied mit den Wrestlern ging mir sehr nahe und um die Trauer zu verarbeiten nutzte ich auch den Blogeintrag, welchen ich ausschließlich dem Wrestling-Match widmen wollte.

Deswegen hole ich heute Einiges nach, was in den letzten Wochen nicht erwähnt wurde. Fangen wir mit dem oben erwähnten EVE-Fest an.
Viel gesehen habe ich davon zugegebenermaßen nicht, da ich hauptsächlich nur im, oder um den Ring herumstand. Trotzdem konnte ich beim Aufbauen, Abräumen oder Werbung machen ein bisschen vom Fest mitbekommen.

Man stelle sich einen großen Campus vor, an welchem an jeder Ecke weiße Pavillons stehen. Unter diesen Pavillons standen viele Studenten, welche irgendetwas gekocht oder zubereitet haben. Es gab frittierte Mochi, Frankfurter Würstchen, Takoyaki und vieles, vieles mehr. Diese Essensstände machten auch den größten Teil des Events aus. Unter jedem Pavillon stand ein Circle oder Club der Universität. Listigerweise haben viele dieser Circles nichts mit Nahrung am Hut, so präsentiert man sich zwar mithilfe des Pavillons, macht aber nichts, was direkt mit den Tätigkeiten der Circles zu tun hat. Vermutlich macht der Gewinn des Verkaufs einen Teil der Finanzierung der Circles aus.

Neben den Pavillons und unserem Ring gab es noch zwei Bühnen, von denen eine RIESIG war!
Auf den Bühnen traten Tanz- und Musikcircles auf, welche mehr oder minder alle dieselbe Art von Musik (ab)spielten. Verwundert war ich dann jedoch, als mehrmals harter Metal aus der Richtung der großen Bühne ertönte! Auch wenn ich nicht viele Metal-Fans in Japan kennenlernen durfte, scheint es an der Uni mehrere Bands dieser Musikrichtung zu geben.

Wochen nach dem EVE fuhr meine Gruppe und ich wieder mal in eine japanische Grundschule, in welcher wir mit den Kindern spielen durften. Dort übten wir für die Veranstaltung direkt danach, in welcher wir uns an Kalligraphie wagen durften. Ich bin künstlerisch eine komplette Niete und so sahen auch meine Kanji aus, aber hey seht selbst :)
Um Kalligraphie richtig zu vollstrecken, braucht man rechts und links viel Platz, da die Arme beim Schreiben nicht den Tisch berühren und die Ellenbogen im großen Radius umherkreisen. Deshalb wurde ich als „Big size“ an das Ende des Tisches gesetzt xD. Man zeichnet übrigens nicht mit der Hand, sondern mit dem Arm, was bedeutet, dass man beim Zeichnen nicht das Handgelenk bewegt, sondern von der Schulter aus den ganzen Arm. Auch wurden uns Kalligraphie-Utensilien gezeigt, welche preislich bis zu 1000 Euro reichten!

Letzte Woche besuchte ich auch endlich eine Ortschaft, in welche ich schon immer hinwollte (weil ich ihren Namen immer auf Bussen gelesen habe ;) Ohara. Ich wusste nicht, was es dort gibt, wurde aber von einer Freundin eingeladen, gemeinsam dort hinzugehen um uns die Herbstfarben anzusehen. Blöderweise waren wir zu spät und der Ort war nicht so bunt, wie wir es uns erhofft haben, trotzdem aber sehr schön! Außerhalb der großen Stadt Ky?to wirkte Ohara geradezu idyllisch!
Besucht haben wir einen Tempel (Sanzenin) und eine Residenz. An beiden Orten wurde uns Tee serviert mit welchem man sich in Ruhe hinsetzen und die Aussichten genießen konnte. Vor allem in der Residenz (Horakuen) schienen wir sehr viel Glück zu haben, da wir die einzigen Gäste waren und das ganze große Zimmer nur für uns hatten, um Fotos von der Aussicht zu machen und den Grünen Tee zu genießen. Der Tee am Tempel war übrigens grauenhaft ;)

Zu guter Letzt möchte ich noch über mein persönliches Highlight der letzten Zeit sprechen: Die Nikolausfeier der deutschen Schule, welche am Samstag letzte Woche stattfand. Wie ich vielleicht schon erwähnt habe, übten die Kinder meiner Gruppe mit geringer Hilfe meinerseits eine kleine Show und die Moderation eines Bingo-Spiels ein. Dies führten die Kinder am Samstag auf und schafften trotz kurzer Vorbereitungszeit alles PERFEKT. Ich bin verdammt stolz auf ihre Arbeit! Es ist wahrlich schön zu sehen, wenn die eigene Gruppe etwas so Wundervolles schafft!

Auch ich trat auf und spielte den Nikolaus, welcher kleine Geschenke an die Kinder verteilte. Mein Mitbewohner Theo übernahm die Rolle des Knechts Ruprecht.
Doch neben dem Auftritt meiner Gruppe ist das Buffet auf jeden Fall am erwähnenswertesten! Ich weiß nicht wie viele von Euch schon mal über längere Zeit weit weg von Deutschland wohnten. Aber vor allem in der Weihnachtszeit beginnt man das deutsche Essen zu vermissen. Dieses hat an der Nikolausfeier nicht gefehlt und man konnte sich an leckeren deutschen (es gab aber auch weihnachtliches Sushi XD) Gerichten erfreuen! <3

Nach jedem Mal, an dem ich am Samstag mit den Kindern arbeite, wird mir klar wie wenig Zeit mir in Japan übrigbleibt und wie viele wundervolle Menschen ich hier in diesem Land kennenlernen durfte! Ich werde die letzten paar Male im neuen Jahr mit den Kindern auf jeden Fall noch genießen, bevor ich zum Abschied weitere Tränen vergießen werde :)



 








 
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