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 Mihaus Japan-Blog - Deutsch-Unterricht in Japan

Kurz vor dem Deutschland-Spiel meldet sich wieder Euer Mihau aus Japan! Servus Leute!

Der Fußball hat mich sehr gepackt und mittlerweile ist es normal geworden, wegen den Spielen der polnischen oder deutschen Nationalmannschaft wenig Schlaf zu bekommen. Es ist fast schon Tradition für mich geworden, vor jedem Polen-Spiel zum Shiramine-Jingū-Schrein zu gehen, welcher ein Schrein für Ballsportarten ist. Dort gehen Japaner hin und beten für Ihre Nationalmannschaft. Manchmal findet man auch einen Mihau, welcher kurz für den Sieg seiner favorisierten Mannschaft betet.
Viele Bälle von verschiedenen Weltmeisterschaften und Sportarten sind dort anzufinden, was den kleinen Schrein doch sehr interessant wirken lässt! Fotos hierzu findet ihr im letzten Beitrag :)

Ich hatte lange Angst vor der Prüfungsphase, da ich genau wusste, dass ich in diesem Zeitraum wenig rumreisen werde und Euch somit auch wenig erzählen könnte. Jedoch läuft es bis dato ganz OK!

Am Samstag besuchte ich nämlich die Deutsche-Samstagsschule in Kyōto.
Hierbei handelt es sich um eine Schule, welche an jedem zweiten Samstag stattfindet und für Kinder gedacht ist, welche die deutsche Sprache lernen bzw. nicht vergessen sollen.
Meistens sind dies Kinder von Elternpaaren, bei denen ein Elternteil Japaner/in ist und der andere aus Deutschland stammt.

Da die Vorteile einer bilingualen Erziehung mittlerweile sowohl wissenschaftlich als auch gesellschaftlich anerkannt wurden, wollte man den Kindern aus den sogenannten Hāfu-Familien (aus dem Englischen: half) einen Ort geben, an dem man Deutsch als “gelebte Sprache” erleben kann.

Neben Lesepausen und Konversationen mit den deutschen Betreuern, lernen die Kinder in der Schule auch die Schreibschrift und bekommen Hausaufgaben. Sie können sich Bücher und DVDs ausleihen, welche aus Deutschland importiert wurden, oder in einer kleineren ausgepolsterten Turnhalle Fußball spielen.

Die Altersklassen variieren stark. So fand man von 12 Jahren abwärts nahezu alle Alterskohorten. Die Kinder werden während dem Unterricht in Gruppen unterteilt, welche jedoch nicht von ihrem Alter abhängig sind, sondern von ihrem Sprachniveau.

Die Universität Tübingen steht im regelmäßigen Kontakt mit der Schule, da man bei mehreren Gruppen mehrere Lehrer braucht, welche den Kindern helfen oder mit ihnen spielen können. Hier springen viele deutsche Studenten ein, welche an japanischen Universitäten studieren.

Da ich nicht davon ausgehe, dass mein Japanisch schon für einen Job in einer japanischen Firma reicht, finde ich, dass die Arbeit an der Deutschen Samstagsschule ein guter Mittelweg wäre, da ich zwar dort kaum Japanisch spreche, aber trotzdem schon mal Arbeitserfahrung in Japan vorweisen kann.

Nun muss ich nur noch warten, ob ich nach meinem Probetag am Samstag genommen werde oder nicht. Mir persönlich hat es sehr viel Spaß gemacht und es war sehr interessant zu sehen, wie Kinder, welche nicht unbedingt mit der deutschen Sprache aufgewachsen sind, Deutsch lernen.

Sehr schwierig ist es den Kindern klar zu machen, dass sie in der Schule nur Deutsch sprechen. Bei der bilingualen Erziehung ist es sehr wichtig, dass der Gesprächspartner mit welchem man in einer Sprache spricht, die Benutzung dieser Sprache auch konstant durchzieht, weshalb es mir schwer fiel auf manche einfachen japanischen Sätze nicht zu reagieren, damit die Kinder diese nochmal auf Deutsch stellen sollten.

Das wars auch für diese Woche. Ich bitte Euch vielmals um Entschuldigung, dass die Beiträge so kurz geworden sind. Es sind jedoch nur noch zwei Wochen bis zu den Klausuren, also gedulden wir uns :)

Euer Mihau
 

 





 
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