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 Mihaus Japan-Blog - Der Mihau im TV

Ein herzliches Servus-gozaimasu aus dem ein wenig abgekühlten Japan!
Es ist soweit! Verehrte Leser, ich bin nun endlich auch in den Genuss des Spiels “Pokémon Go” gekommen! Am Freitag, dem 22.07, erschien das Spiel auch endlich im Lande der Pokémon - Japan. Das ganze Land schien in Aufruhr zu sein. Einerseits sah man schon am Erscheinungstag mehrere Fans mit ihren Handys Pokémon fangen, auf der anderen Seite hörte man auch in Japan von Überfällen auf Pokémon-Go Spieler, welche durch das Game abgelenkt waren. Somit stellte man sich die Frage, was man von den Gefahren des Spieles halten sollte.

Der Hype war so groß, dass am Erscheinungstag Fernsehteams des Senders NHK auf die Straßen gingen und Menschen zum Thema befragten. So auch bei mir am See Biwa. Zwei Männer mit Kamera filmten den See und die vielen Zocker, welche vorsichtig am Ufer entlanggingen um Wasserpokémon zu fangen, die vermehrt in der Nähe von Wasser auftauchen.
Auf einmal sahen sie mich, den dicken, bärtigen Ausländer mit Bandana und einem komischen Shirt. Wäre ich für die Abendsendung des heutigen Tages verantwortlich und bräuchte unbedingt Material, würde ich mir diese Chance nicht entgehen lassen. Lustigerweise muss der Kameramann dasselbe gedacht haben und bat mich prompt um ein Interview, welches ich nach ein paar idyllischen Aufnahmen von mir beim Spielen gegeben habe. Im schlechtesten Japanisch meines Lebens...die Aufregung kann man wohl hören. Aber ich bin froh diese Erfahrung gemacht zu haben. Hat auch seine Vorteile, wenn man auffällig aussieht.

So kam es, dass ich am Freitag um 18.30 Uhr im NHK-Sender der Präfektur Shiga meine Meinung zum Spiel preisgeben konnte. Wer das Video sehen will, klickt bitte hier: https://youtu.be/nMyDOO3zguA

Eine Frage, welche nicht im Video gezeigt wurde, war natürlich, was ich von den Gefahren des Spiels halte. Mir ist prinzipiell aufgefallen, dass der stereotypische Japaner Gefahren dort erkennt, wo ich sie nicht mal vermuten würde. Ein banales Beispiel: Als ich meinen Gastelter vorschlug mit ihrer Enkelin zusammen im Park am See spazieren zu gehen, haben sie dankend abgelehnt mit dem Wort “あぶない” (abunai), welches übersetzt “gefährlich” bedeutet. (ob sie damit meinten, dass die Enkelin in den See fallen könnte, oder ob eher ich gefährlich bin, weiß ich nicht genau :P )
Das Wort wird von Japanern gefühlt ein paar Mal am Tag benutzt. Immer wenn man in eine Situation gerät, bei welcher die Wahrscheinlichkeit, dass man stirbt über 0,5% liegt, wird man darauf hingewiesen, dass es abunai sei.

Zwar ist es richtig, dass man Pokémon Go auch für eigenwillige Zwecke negativ ausnutzen kann, es gibt aber auch genug Beispiele, wie Pokémon Go Menschen aus verschiedenen Schichten und Altersgruppen zu netten Momenten verholfen hat, wenn man sich z.B. an einem Pokéstop zufällig begegnet. Ich persönlich habe das Gefühl, das neue Spiel ist ein Spiel der Freundschaft, der gemeinsamen Freude und der Bewegung, weswegen ich auch die Frage des Interviewers mit “wenn alle Acht geben, läuft das schon” beantwortete.
Übrigens macht es echt Spaß in Ōtsu Pokémon zu fangen, da es hier wirklich nur so von Wasserpokémon wimmelt :D

Ein wenig Tourikultur habe ich mir auch gegönnt. So besuchte ich endlich den Goldenen Tempel Kinkakuji in Kyōto, welcher zu den größten Sehenswürdigkeiten der Stadt gehört. Peinlicherweise habe ich innerhalb des ersten Semesters ebendiese Sehenswürdigkeit nicht einmal besucht.

Nun nahm mich eine Freundin auf einen netten Tagesausflug zu den zwei bekanntesten Tempeln Kyōtos, Kinkakuji und Ginkakuji. Ersterer bietet einen prächtigen Tempel aus Gold vor einer schönen Kulisse. Zwar gibt es natürlich schönere Plätze in Kyōto, aber sehenswert wars allemal.
Den Ginkakuji konnten wir leider nicht ganz genießen, da wir so spät dort angekommen sind, dass wir nur 20 Minuten zum Besichtigen hatten. Wir rushten also durch die schönen Gärten und die schöne Aussicht auf Kyōto. Auch wenn ich dort nur 20 Minuten verbracht habe, fand ich den Ginkakuji aus ästhetischer Sicht ansprechender als den Kinkakuji. Fotos von den beiden Orten (und natürlich mehr) gibt es wie gewohnt auf Instagram bei mihau_travel_exp.

Es kann sein, dass dieser Blogbeitrag der letzte aus Ōtsu ist. In weniger als einer Woche ziehe ich nämlich nach Kyōto zu zwei Freunden. Es ist ein wenig traurig, wenn ich daran denke, dass ich meine wundervolle Gastfamilie nun nicht mehr täglich sehen werde. Die beiden haben mir wirklich sehr viel Freude bereitet und ich habe mich sehr an sie gewöhnt.
Doch ich habe mich am Anfang des Aufenthalts dazu entschieden, beide Erfahrungen erleben zu wollen: Sowohl bei einer Gastfamilie, als auch alleine zu wohnen. Ich freue mich auf die neue Erfahrung, werde aber die Eltern, ihr Essen und die immer wieder neuen internationalen Mitbewohner sehr vermissen. Ich habe aber noch ein halbes Jahr Zeit, und werde sie oft zu besuchen!

Ich danke Euch fürs Lesen! Die Wahrheit ist, wir von AT haben nicht die Möglichkeit genau zu sehen, wie viele Menschen den Blog lesen und ob er somit ein nennenswerter Bestandteil der Seite ist oder nicht. Wenn Ihr also Lust habt, lasst doch unter diesem Beitrag ein Kommentar, sodass wir uns ein Bild machen können.

Solltet Ihr Wünsche, Kritik, Anregungen oder Meinungen haben, bitte ich Euch auch uns diese mitzuteilen. Egal ob als Kommentar auf Facebook oder via Mail (mihau[at]anime-thunder[dot]de). Es soll ja ein interaktiver Blog werden, und nicht (nur) mein Gelaber :D

Bis nächste Woche (wenn wirs schaffen den nächsten Blog nächste Woche hochzuladen :P )





 
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