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 Mihaus Japan-Blog - Apokalypse und Abfuck - die wahre Schönheit!
 
Ein verregneter Sommertag geht hier zu Ende. Dieses mit positiver Energie gefüllte Wetter führt mich dazu, Euch einen wunderschönen Tag/Abend zu wünschen und Euch herzlich zum neuen Eintrag willkommen zu heißen!
 
Habt Ihr Obamas Besuch in Hiroshima mitverfolgt? Es war ein sehr interessanter Staatsbesuch! Seine Rede hat mir ziemlich gut gefallen und auch der symbolische Wert dieses Besuchs ist nicht gering!
Mich würde hierzu jedoch sehr stark Eure Meinung zu diesem Thema interessieren. Was denkt die AT-Community über die Rede und den Besuch? War es überhaupt ein Thema für Euch?
 
Was viele jedoch nicht wissen: Bevor Barack Obama nach Hiroshima ging, kam er noch kurz auf eine Flasche Milchtee hier in Ōtsu vorbei. Ich schätzte diesen Besuch sehr, da er mir ein paar schöne Orte empfehlen konnte, welche er natürlich schon kannte und welche ich diese Woche entdecken konnte! Barack hat ein’ guten Geschmack, was Sightseeing betrifft...aber lest selbst ;) 
 
Neben Unterricht und Karaoke war ich diese Woche also viel in der Gegend um Kyōto herum unterwegs und gönnte mir bekannte und weniger bekannte Orte! (Die Follower auf Instagram wissen vermutlich schon, über welche Orte ich heute sprechen will) Den Anfang machte der Stadtteil Keage, ein Ort an dem viele meiner Kommilitonen eine Wohnung gefunden haben (die Koala-Appartements in Kyōto sind sehr zu empfehlen! Viele Tübinger Studenten haben dort ein schönes zuhause gefunden!). Während ich also meine Freunde dort besuchte, bemerkten wir einige mysteriöse Örtlichkeiten. So steht direkt neben dem Wohnheim ein zusammengefallenes Haus, welches früher mal ein Museum gewesen sein soll. Stellt Euch ein riesiges Haus mitten in einer Wohngegend vor, welches nur noch zur Hälfte existiert! Leider war es verboten reinzugehen…was uns aber nicht wirklich abgeschreckt hat...das, was uns wirklich davon abgehalten hat war der Zweifel an der Tragfähigkeit der noch übriggebliebenen Holzbretter. Wenn ein Erdbeben kommt, möchte ich nicht in der Haut der Nachbarn stecken... 
 
Um einiges mysteriöser war ein Freibad, welches ebenso in der Nähe des Wohnheims zu finden ist. Was vor langer Zeit ein gut besuchtes Freibad zu sein schien, ist heute nur noch ein bewachsener Ort mit Regenwasser in den Becken und einer apokalyptisch leeren Wasserrutsche mit der verrosteten Aufschrift “Higashiyama Aquapark”.
Leider waren wir nicht so ausgestattet, dass wir hätten reingehen können, weshalb die bisherigen Fotos nur von “Weitem” aufgenommen wurden. Wir haben aber richtig Bock uns das Apo-Freibad von Nahem anzusehen! Seid gespannt <3
 
Allgemein scheint der Stadtteil Keage ein richtig abgefuckter Ort zu sein. Man bekommt das Gefühl in einem Ort zu sein, welcher vor Jahrzehnten mal floriert hat, heute aber nur noch aus leeren Häusern besteht. Dies führt auf der anderen Seite aber dazu, dass man richtig abenteuerliche Spaziergänge vornehmen und in Ruhe mit Freunden gammeln kann. Ein Ergebnis der Gammlung in Keage könnt ihr unter https://blog.fosuta.org/2016/05/26/erste-gehversuche/ in Form eines Podcasts meines Freundes Toni anhören. Wie ich vielleicht schon mal erwähnt habe, schreiben viele meiner Kommilitonen auch Blogs, von denen jedes ganz einzigartig ist. Dieser Podcast z.B. entstand, indem man ein Mikro in die Mitte des Raumes stellte und über alles Mögliche geredet wurde (Bier, Essen, Wrestling und Japaner). 
 
 Am nächsten Tag ging es dann wieder nach Ōsaka auf ein Konzert. Hierzu wieder mal herzliche Einladung zum Blog von Theo, welcher in seinem Blog eher musikalische Aspekte des japanischen Staates anspricht und das auf sehr professionelle Art und Weise (http://dreamsuntamed.blogspot.jp/). Bitte entschuldigt die ganze Schleichwerbung, jedoch muss ich gestehen, dass ich ohne diesen Kollegen so manch musikalisches Erlebnis nicht erlebt hätte!
 
Diese Woche durfte ich nämlich mein erstes Visual Key-Konzert miterleben und lasst Euch sagen: Ein so interessantes Erlebnis bekommt man nicht überall zu sehen!
Aber zuerst etwas zur Band: die 白日ノ夢 genannte Band (hakujitsu no yume) ist eine Newcomer-Band bestehend aus einem Sänger und einem Gitarristen, welche früher in einer etwas bekannteren Band gespielt haben. Nachdem sich diese aufgelöst hat, haben sie ihr eigenes Projekt gestartet und haben in Ōsaka prompt ein kostenloses Konzert gegeben.
 
Die Musik war für mich, als Fan des Raps, nicht wirklich interessant, aber die Zusammenstellung der Besucher war dafür überraschend. Zu der sehr Metall-ähnlichen Musik tanzten nämlich nicht, wie man es in Deutschland erwarten würde, langhaarige bärtige Männer, sondern nahezu NUR kleine, süße Japanerinnen! Neben zwei Japanern waren wir drei die einzigen männlichen Wesen am Konzert, was ich sehr interessant fand. Die harte Musik wurde also durch süße Tänze der Fans erst wirklich interessant! Auf jeden Fall eine sehr empfehlenswerte Erfahrung!  
 
Abgerundet wurde meine dieswöchige Tour mit einer Bergwanderung am Fushimi Inari Schrein. Bekannt ist dieser Schrein für seine tausenden rote Torī-Tore und seine wunderschönen Aussichten auf die Stadt Kyōto. Man wurde also für die langen Wege zu Fuß mit wunderschönen Aussichten belohnt. Jedes einzelne Tor wurde von jemandem oder von einer Firma gesponsert. Die Preistafeln, was so ein Tor kostet, stehen auch überall rum...ist auf jeden Fall eine teure Angelegenheit.
 
Wenn ich aber etwas gelernt habe in Japan, dann ist es, dass man stets vom Weg der Touris abgehen sollte um weitere interessante Orte zu finden. Die Waldwege rund um die Torī-Wege laden zum Wandern ein und ab und an findet man einen krass abgefuckten Schrein mit eingefallenen Häusern. Vielleicht ist es nur mein Eindruck, aber genau solche Orte haben den größten Reiz von allen! Dort trafen wir auch zwei Baby-Katzen mit welchen wir ein paar Fotos schießen konnten und kurz abchecken konnten, ob sie etwas zu essen bekommen (interessanterweise scheint sich jemand um die Katzen zu kümmern, auch wenn die Häuser nicht mehr bewohnbar aussehen).
 
Falls Ihr also nach Japan kommt und die Zeit habt, gönnt Euch die Orte wo niemand ist...denn diese geben einem wohl die einzigartigsten Erlebnisse, die man in einem Text kaum erfassen kann!
 
In diesem Sinne: Servus und bis nächste Woche! 
 
 
 
 
 
 
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