Main > News > Bangen um die zwei japanischen Geiseln der IS

Veröffentlicht am: 14:35:00 24.01.2015, von Michał Stoiński

Diesen Freitag endete die Deadline, welche von der Organisation "Islamischer Staat" zur Freilassung zweier japanischer Staatsbürger gesetzt wurde. Die japanische Regierung wartet immer noch auf Neuigkeiten. Am Freitag gab es nur einen Post welcher besagte, dass der Countdown gestartet wurde. Man ist sich jedoch nicht sicher, ob dieser von den Geiselnehmern stammt.

Die Organisation forderte die japanische Gesellschaft am Dienstag auf, die Regierung zu zwingen innerhalb von 72 Stunden 200 Millionen Dollar zu überweisen. Wenn nicht, werden die zwei Geiseln getötet. Diese Informationen übermittelten die IS wie so oft mittels Video.

Bei den zwei Geiseln handelt es sich zum einen um den 47-jährigen Journalisten Kenji Goto und zum anderen um den 42-jährigen kriegsfaszinierten Abenteurer Haruna Yukawa. Die Identitäten der beiden wurden trotz anfänglicher Zweifel an der Echtheit des Videos offiziell bestätigt.

Am frühen Freitag-Nachmittag versammelte Premierminister Shinzo Abe den Sicherheitsrat. Relativ zeitgleich kam es zu einer Kundgebung der Mutter von Kenji Goto.
Sie bat die japanische Regierung unter Tränen ihren Sohn zu retten. Dieser sei kein Feind des Islamischen Staates!

Die Frau, welche sich selbst als Pädagoge vorstellte, meinte des Weiteren, dass sie sehr überrascht war, als sie über ihre Tochter erfuhr, dass ihr Sohn im Oktober - zwei Wochen nach der Geburt seines eigenen Kindes - nach Syrien flog, um Haruna Yukawa zu retten: „Mein Sohn dachte, er muss alles tun um einen Freund zu retten.

Ich entschuldige mich für all die Probleme, welche mein Sohn verursacht!“ entschuldigte sich Frau Goto auf eine typisch japanische Art.

Der staatliche Sender NHK gab am Freitagmorgen bekannt, dass sie eine Nachricht des IS bekommen haben, mit der Information, dass ein neues Statement bald veröffentlicht werde.

Eine Rettung der zwei Geiseln ist vor allem für Japan äußerst schwierig. Japan hat kaum besondere diplomatische Beziehungen im Nahen Osten.
Des Weiteren ist im §9 der japanischen Verfassung festgeschrieben, dass militärische Aktionen von japanischer Seite nur zur Verteidigung genutzt werden können. Für eine militärische Rettungsaktion bräuchte man also Hilfe von Alliierten, wie z.B. den USA.

Von einer Bezahlung des geforderten Betrags rieten die Amerikaner und die Briten ab. Japan selbst schloss sich mit großen Industriestaaten zu einem Pakt zusammen, welcher besagt, dass kein Lösegeld gezahlt werde.

Der Experte in Sachen „Islamisches Recht“ und ehemaliger Professor an der Doshisha Universität in Kyoto, Ko Nakata, meint zusammen mit dem Journalisten Kousuke Tsuneoka, dass es keine Anzeichen gäbe, dass die japanische Regierung mit der IS Kontakt aufgenommen hat. Sowohl Nakata, als auch Tsuneoka sind selbst Moslems und haben laut eigenen Angaben Kontakte in der IS. Sie seien bereit, dort hinzufliegen. Die japanische Regierung war jedoch sehr skeptisch gegenüber dieser Idee.

Tsuneoka war selbst Gefangener der IS, als er bereits im September nach Syrien flog um Yukawa, welcher nun in Lebensgefahr ist, zu retten. Goto tat es ihm gleich.

Ein Vertreter des Außenministeriums, Yasuhide Nakayama, wurde nach Amman, Jordanien, geschickt und arbeitete rund um die Uhr um Kontakt zu den Geiselnehmern aufzunehmen. Über einen direkten Kontakt mit den Verbrechern ist jedoch nichts bekannt.

Am Freitag, also kurz vor der Deadline, betete die muslimische Gemeinschaft in Japan zusammen für das Leben der beiden Landsleute. 

 


Quelle
http://www.japantoday.com