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 KAZÉ Anime Night – Attack On Titan Part II
 
Autor: Leszek Ploszewski
 
Da war es wieder soweit. Der letzte Dienstag des Monats stand vor der Tür, was für alle Begeisterten des japanischen Zeichentricks nur eines bedeuten kann:
KAZÉ lädt zur deutschlandweiten Premiere ein! Unsere Titanen-schlachtenden Lieblinge haben sich eine kurze Pause gegönnt und metzeln in der Fortsetzung „Attack on Titan 2: End of the World“ fleißig weiter. Ab dem 16. Juni 2017 ist der Streifen auf DVD und Blu-ray (in zwei Ausführungen, lizensiert durch „Eye See Movies“) zu haben.

Der Besucherandrang war im Reutlinger Cineplex insgesamt zwar nicht groß, doch war das offen gesagt auch nicht zu erwarten. Ich sehe das Schwabenland, wo ich im Übrigen aufgewachsen bin, ein Stück weit wie das Auenland. Man schätzt Dinge, die von Dauer sind und Veränderungen finden nur langsam statt. Ja, das ist sinngemäß aus „Herr der Ringe“. Das beziehe ich jedoch in diesem Kontext nur auf Anime und Manga. Mit kulturell damit verbundenen Hochburgen, wie Berlin oder Nordrhein-Westfalen generell, darf man da keine Vergleiche ziehen. Nichtsdestotrotz hat sich das Kinocenter erlaubt einen der größten Säle für dieses Event miteinzubeziehen.
Nachdem ich mir beim Vorbeigehen an dem Kontrolleur das Gratis-Poster abgestaubt habe, ging es recht zügig mit der Lokalwerbung los. Offenbar haben Verantwortliche meine letzte Rezension gelesen – der freundliche und einzige Eisverkäufer verschwand so schnell, wie er aufgetaucht ist. Man kann es ja mal probieren. Nach Trailern zur Fortsetzung von  „Guardians of the Galaxy“ und der aktuellen Realverfilmung von „Ghost in the Shell“ mit Scarlett Johansson durfte die Show beginnen.

Zum Vorgänger hatte meine Kollegin Yvonne im September des vergangenen Jahres berichtet. Dieser Bericht ist hier zu finden: LINK (http://www.anime-thunder.de/event-kaze-anime-night-attack-on-titan)

Wir finden uns zu Filmbeginn in der verwüsteten Titanenwelt wider, die jüngsten Geschehnisse werden kurz und bündig zusammengefasst, um nicht ohne Kontext dazustehen, sollte jemand den ersten Teil nicht gesehen haben. Eren kommt fest gekettet zu sich als er noch gar nicht realisiert, was mit ihm geschehen wird. Er befindet sich vor einem Militär-Tribunal und der Kurs seiner Verhandlung ist unmissverständlich klar. Kubal, der inzwischen die Leitung der Militärpolizei übernommen hat, sieht in Erens Verwandlung große Gefahr und will ihn an Ort und Stelle richten. Armin versucht indes die Situation zu wenden und appelliert an die Vernunft der Anwesenden. Er sieht in Erens Dasein die Möglichkeit, das zuvor entstandene Loch in der äußeren Mauer zu schließen. Bevor es zu einer Entscheidung kommt, wird die Verhandlung durch einen riesigen Titanen unterbrochen. Er reißt Eren an sich und verschwindet wieder.

Als er zu sich kommt, ist es hell und steril. Shikishima betritt die Szene und erklärt Eren, was passiert ist. Er konnte ihn vor dem Titanen retten und hat ihn in seinen Unterschlupf gebracht. Was Eren in diesem Moment erfährt, lässt sein bisheriges Verständnis für die Welt erschüttern. Fest entschlossen von nun an die großen Räder dieser Welt zu bewegen, finden sich die beiden am Loch der Mauer wider, begleitet von einigen Anhängern Shikishimas.
Inzwischen haben die restlichen Kameraden von Erens Trupp einen Sprengstoff geborgen, auf welchem sie noch als Kinder gespielt haben. Mit dieser Rakete wollen sie das Loch schließen. Was Shikishima damit im Schilde führt, wird Eren erst jetzt klar. Es beginnt ein Kampf um den Sprengkörper und Eren lernt, dass er nicht der einzige ist, der sich in einen Titanen verwandeln kann.
 

Anime Reviwer
Fazit:
Zur Vorbereitung habe ich mir den ersten Teil unmittelbar vor dem Event angeschaut und habe zum Auftakt einen Fakt erkennen müssen. Wer diesen Film in der Erwartung anschaut eine 1:1-Umsetzung des Animes vorzufinden, sollte sich von diesem Gedanken schleunigst verabschieden. Der Film entspricht einer eigenen Interpretation, so gesehen als standalone. Wer die Fangemeinde kennt, weiß, dass so was stets mit Risiken verbunden ist.

Auch wenn mir bereits im ersten Teil einige Brücken gefehlt haben, wurde in der Fortsetzung nicht wesentlich besser angeknüpft. Inhaltlich habe ich absichtlich nicht allzu sehr auf Details bestanden, da jene pauschal als „major spoiler“ durchgehen würden.
Schauspielerisch hatte ich den Eindruck, dass viele Darsteller zu oft ihr Bestes geben wollten, was einen leicht erzwungenen Nachgeschmack hatte. Besonders machte sich das bei der Darstellung des Charakters von Zoë Hange bemerkbar. Der Ausdruck ihrer Freude war in so einem hohen Maß übersteuert, dass es stellenweise unerträglich war. Was mir ad hoc dazu durch den Kopf ging, war eine Szene aus „Dumm und Dümmer“, in welcher Jim Carrey das nervigste Geräusch der Welt präsentierte. Positiv hervorheben möchte ich im Gegensatz die Darbietung der Charaktere von Armin und Sascha. Hier hatte man das Gefühl das vorzufinden, was man im Ansatz erwartet. Eren kann man dabei beobachten, wie er eine gewisse Entwicklung durchlebt, die restlichen Rollen wirken dagegen recht blass, zu meinem Bedauern auch Mikasa.

Was Attack on Titan 2: End of the World jedoch richtig macht, ist das Beschreiten des actionreichen Pfades. Das bringt ein gewisses Maß an Balance in das eher mäßige Storytelling. Mir ist bereits zu Ohren gekommen, dass die Animationen beim Publikum nicht besonders gut ankamen, doch offen gesagt, ist das m. E. Gerade ein Faktor, in dem der Film punktet. Die Titanen passen ziemlich gut in die düsteren Überbleibsel einer vergangenen Welt und einen unangenehmen Beigeschmack hinterlässt so mancher Riese positiverweise in jedem Fall.

Wer also Gemetzel gegenüber inhaltlich ausgearbeiteter Story bevorzugt, und offen für einen weiteren Blickwinkel auf das Attack on Titan Universum ist, ist bei diesem Film genau richtig. Getrennte Gliedmaßen, kaputte Genicke und Wagenladungen an Blut inklusive.
© by Anime Thunder.de
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